Jaa, wie ihr dem Titel schon entnehmen könnt waren wir letztes Wochenende im Yosemite Nationalpark und ich kann euch sagen es war einfach nur genial.. aber nun von Anfang an. Los gegangen ist es mal wieder freitags um 3 Uhr. Meine Mitbewohner und ich hatten beschlossen mit unserem Passat zu fahren, die restlichen 7 deutschen Interns hatten sich einen Minivan gemietet um zum Nationalpark zu kommen. Nachdem wir alle Platzprobleme erfolgreich gelöst hatten (der Kofferraum des Vans war dann eben doch nicht groß genug um alles Bier und die sonstigen Sachen aufzunehmen) konnte es auch schon losgehen. Ein Mitarbeiter von Veeco hatte uns am Vormittag noch einige Routentipps gegeben und so konnten wir die ganze Strecke staufrei zurücklegen. Nach einigen, gegen Ende der Fahrt sich mehrenden Pinkelpausen kamen wir dann auch am Rande des Nationalparks an. Leider wussten wir nicht so genau wo denn nun das Haus sein sollte das wir 4 Tage vorher im Internet gebucht hatten und vor allem woher wir die Schlüssel bekommen sollten. Glücklicherweise konnte uns schon das erste Hotel in dem wir fragen weiterhelfen. Unsere Schlüssel fanden wir dann in einem großen Briefumschlag vor der Rezeption der Häuseranlage, da diese bereits geschlossen hatte.
Also wir dann am Haus waren, waren wir im wahrsten sinne des Wortes aus dem Häuschen. Wir hatten zu 15. (4 andere Leute von Veeco waren auch mit von der Partie) ein Haus für 12 Personen gebucht, die Beschreibung des Hauses im Internet war schon viel versprechend, aber was wir vorfanden übertraf all unsere Erwartungen. Wir bekamen eine kleine Villa mit 4 Schlafzimmern, 3 Bädern, Whirlpool, Kamin, Fernseher, Stereoanlage, riesigem Wohnzimmer & Küche, Tischkicker und und und….Den Abend verbrachten wir damit alle Angenehmlichkeiten des Hauses voll auszunutzen. Wir schafften es sogar uns zu 11. in den Whirlpool zu drücken, was dann aber nicht mehr ganz so gemütlich war.
Natürlich hatte dann nach diesem Abend der ein oder andere Schwierigkeiten am nächsten Morgen rechtzeitig aufzustehen und so schafften wir es dann doch mit einer Stunde Verspätung Richtung Yosemite Valley (der eigentliche Nationalpark) loszufahren. Dort angekommen mussten wir mit dem Bus zum Anfang unserer Wanderroute, dem Upper Yosemite Falls Trail, fahren. Gut wie wir sind schafften wir es schon nach 100m im Wald nicht mehr zu wissen wo wir hinsollten. Ein Schild für die Route zeigte mitten in den Wald. Schon nach einigen Metern erkannten wir dass das wohl nicht der richtige Weg sein konnte. Ein teil der Gruppe lies sich aber nicht davon abhalten und beschloss einfach weiterzugehen. Ich drehte mit einigen anderen wieder um und ging zurück auf den Weg. Nach einigem Gesuche fanden auch wir den richtigen Weg und trafen dort sogar auf die anderen die sich durch das Dickicht geschlagen hatten. Nun konnte es also losgehen in Richtung Gipfel. Nachdem wir in einer 3/4 Stunde den 3. Bilderstopp (von 10 min Länge) gemacht hatten, beschlossen Steffan und ich schon mal vorzuwandern. Auf der Hälfte des Weges konnten wir dann den ersten Ausblick über den Upper Yosemite Fall genießen.
Der weitere Weg bis zur Spitze stellte sich als weit anstrengender als der erste Teil heraus. Da wir morgens ja etwas später losgekommen sind mussten wir den zweiten, steileren und schattenfreien Teil in der Mittagssonne zurücklegen. Mit vielen kurzen Pausen in dem wenigen Schatten den es unterwegs gab legten wir dann auch diesen Teil zurück und konnten die Aussicht von der Spitze des Wasserfalls genießen.
Auf unzählige Fotos und eine Pause mit Nickerchen folgte der Abstieg in Rekordzeit. Für die Strecke die wir bergauf mehr als 3 Stunden gebraucht hatten, benötigten wir auf dem Rückweg nur noch 2 Stunden. Daheim angekommen war als erstes großes Duschen angesagt und schnell bildeten sich vor unseren 3 Bädern kleine Schlangen. Da einige dann sogar meinten sie müssten nach der anstrengende Wanderung in die Badewanne ging auch unser Warmwasser recht schnell zu ende und so musste auch ich eine kalte Dusche nehmen. Um das Abendessen hatten sich an diesem Tag John und Brynjar (ein Ire und ein Isländer) gekümmert. Sie machten ein BBQ wie wir es zuvor noch nicht gesehen hatten. Steaks (was auch sonnst) mit selbstgemachter Pilzsosse, Salat, Kartoffeln mit Gemüse und Pilzen (auf 2 Arten zubereitet: Auf dem Grill und in der Pfanne) und zum Nachtisch ein Erdbeerkuchen. Da nach der Wanderung alle etwas erschöpfter waren gingen wir an diesem Abend (natürlich nicht ohne noch einmal im Whirlpool gewesen zu sein) gegen Mitternacht schlafen.
Sonntagmorgen war nach einem Frühstück im Stehen der unangenehme Part des Aufenthalts in dem Haus angesagt: Aufräumen. Das Haus musste bis 11 Uhr vom Müll befreit und die Küche sauber sein. Kaum zu glauben aber wahr, wir schaffen es tatsächlich unser Chaos innerhalb von 1,5 Stunden zu beseitigen und konnten uns so pünktlich um 11 auf den Weg in Richtung Glacier Point. Das ist ein Aussichtspunkt von dem aus man eine gigantische Aussicht über das ganze Tal hat. Auch hier war es unumgänglich unzählige Bilder zu machen. Das letzte Ziel des Tages waren die bis zu 3000 Jahre alten Mammutbäume (Stammumfang bis zu 27m!!!) in der Nähe des Ausgangs des Nationalparks. Auf dem Weg dorthin konnten wir es uns aber nicht verkneifen mit dem wenigen, noch nicht geschmolzenen Schnee einige Gruppenbilder zu machen.
Leider hat mein Foto einen Selbstauslöser von nur 10 Sekunden und der Schnee was auf einer Erhöhung auf der anderen Seite der Strasse…. :-)
Gegen 5 Uhr hatten wir dann auch die Mammutbäume gesehen und konnten uns auf den Rückweg machen. Als wir (meine Mitbewohner und ich) wieder daheim angekommen waren und gerade dabei waren unsere Taschen auszuräumen bekamen wir einen Anruf von dem Minivan. Ihnen ist der Sprit 200m vor der Autobahnausfahrt ausgegangen, ob wir nicht etwas bringen können. Mann muss dazu sagen, dass wir hier immer Mietwagen immer mit einem “Spritpaket” mieten, d.h. man muss das Auto nicht voll tanken bevor man es abgibt. Naja, in unserem Fall wäre der Plan fast aufgegangen. Also sind Johannes und ich noch einmal losgefahren und haben mit einem Orangensaftkanister 3L Benzin geholt. Unterwegs riefen uns die anderen dann noch an, dass sie ihr Auto voll von der Autobahn herunter geschoben hatten (dazu muss man es auf eine Brücke hoch schieben die über die Autobahn geht) und nun am Straßenrand stehen. Nachdem wir die ersten 3L “getankt” hatten sprang der Wagen immer noch nicht an (er stand etwas schräg) und wir mussten noch einmal los fahren und weitere 3L “tanken” um den Wagen zum Laufen zu bekommen.
Mit laufendem Motor konnten nun auch die anderen den letzten Kilometer bis zu unserer Appartmentanlage zurücklegen und unseren Ausflug in den Yosemite Nationalpark zu einem Abschluss bringen.
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